40 Jahre Ehrenamt

40 Jahre Ehrenamt, Dieter Haas erhält die Goldene Ehrennadel der Stadt Bad Vilbel und die Goldene Ehrennadel des Hessischen Schachverbands

Am Sonntag, den 31. August haben die Schachfreunde Bad Vilbel ihr jährliches Sommerfest gefeiert. Bei Kaffee und Kuchen, einem Buffet aus Gegrilltem und Salaten und natürlich Schachbrettern, hat sich der Verein im Garten des ersten Vorsitzenden getroffen.

Der Bad Vilbeler Schachverein feiert dieses Jahr sein 40jähriges Bestehen, und das wäre ohne den unermüdlichen Einsatz von Herrn Haas vielleicht gar nicht möglich gewesen. Dieter Haas hat diesen Verein nicht nur gegründet, er kümmert sich in der Funktion des ersten Vorsitzenden seit der Gründung auch um dessen sämtliche Belange. Auf seine Initiative hin versammelten sich im März 1985 erstmals Schach-Interessierte im Kurhaus Bad Vilbel. Nach den notwendigen Regularien wurde der Verein der Bad Vilbeler Schachfreunde 1985 e.V. am 11. Juni 1985 gegründet.

Durch seine Berufstätigkeit bei der Stadtverwaltung erhielt er Einblick in die kommunalpolitische Entwicklung von Bad Vilbel. Viele Bürger kennen ihn heute noch als Leiter des Standesamtes im Alten Rathaus.
Nach seiner Pensionierung wurde er zum Ortsgerichtsvorsteher ernannt und bekleidet dieses Ehrenamt heute noch.

Er ist außerdem Mitglied im Bad Vilbeler Verein für Geschichte und Heimatpflege e.V. und betätigt sich dort seit zwei Jahren als Stadtführer. Als gebürtiger Vilbeler kommen ihm dabei seine Ortskenntnisse entgegen. Seine speziellen Themen sind unter anderen das Alte Rathaus, das Brunnen- und Bädermuseum, das Kurhaus und die Innenstadt.

Der Bürgermeister der Stadt Bad Vilbel, Sebastian Wysocki, kam als Überraschungsgast zum Sommerfest und gratulierte Herrn Haas persönlich. In seiner Rede betonte er, wie wichtig ehrenamtliches Engagement ist und wie ein funktionierender Verein Menschen zusammenführt, integriert und Alters- sowie Sprachgrenzen mühelos überwindet. Dieses Vereinsleben wäre nicht möglich ohne Menschen, die Räumlichkeiten organisieren, Turniere planen, Spielmaterial lagern und transportieren, sich mit dem hessischen Schachverband austauschen um die Interessen des Vereins zu vertreten und für die Belange der Vereinsmitglieder ein offenes Ohr haben. Alles Aufgaben im Hintergrund, dafür aber umso wichtiger. Seit 40 Jahren übernimmt Herr Haas diese Aufgaben zuverlässig und beständig. Überregional war Dieter Haas vier Jahre Vorsitzender des Schachbezirks Frankfurt.

Die seit Vereinsgründung jährlich ausgetragenen offenen Stadtmeisterschaften sind eine Besonderheit des Vereins. Im Sommer wurde im Rahmen des Hessentages ein europäisch ausgeschriebenes Open ausgerichtet, zu dem mehr als 150 Spieler nach Bad Vilbel kamen. Dieter Haas war immer Organisator und Ansprechpartner. Eine weitere schachliche Aktivität des Vereins ist das bereits mehrmals ausgerichtete 4-Länder-Turnier mit den Schachclubs der Partnerstädte Huizen (NL), Glossop (GB), Moulins (F) und Brotterode (Thüringen).

Der Verein der Bad Vilbeler Schachfreunde bestreitet im Schachbezirk Frankfurt am Main mit zwei Mannschaften regelmäßig Turnierspiele. Für mehrere Jahre spielte die erste Mannschaft in der Landeskasse-Ost. 

Herr Wysocki und der Magistrat der Stadt Bad Vilbel haben Herrn Haas für seinen Einsatz mit der Goldenen Ehrennadel der Stadt Bad Vilbel ausgezeichnet und ihm damit eine große Freude gemacht.

Der zweite Überraschungsgast auf dem Sommerfest war Andreas Filmann, der Präsident des Hessischen Schachverbandes. Auch er gratulierte Herrn Haas herzlich und überreichte ihm die Goldene Ehrennadel des Verbandes.

Ehrenamtliche Tätigkeiten sind nicht selbstverständlich und dennoch so wichtig, damit ein Verein existieren kann und lebendig bleibt. Als Dankeschön wurde er von seinen Vereinskollegen mit einem Geschenk überrascht.

Diese Ehrungen hat Herr Haas nicht erwartet, umso mehr aber verdient. Die Bad Vilbeler Schachfreunde bedanken sich bei Herrn Wysocki und bei Herrn Filmann und freuen sich auf weitere Jahre aktives Vereinsleben. 

Dr. Katrin Hanka, 2. Vorsitzende des Vereins der Schachfreunde

Bad Vilbel Open 2025

Text von: D. Haas

Mit diesem im Rahmen der Hessentags veranstalteten Open hat der Verein ein außergewöhnliches Turnier auf die Beine gestellt. 152 Schachbegeisterte, darunter 11 Frauen, kamen am Sonntag ins Kultur- und Sportforum Dortelweil. 

An dem Turnier konnte jeder teilnehmen. Schnelles Denken war gefragt. 9 Runden wurden gespielt und jeder hatte 15 Minuten auf seiner Uhr, die er für seine Züge verwenden konnte. 

Da war höchste Konzentration gefordert. Man musste schnelle Entscheidungen treffen, da war keine Zeit, die nachfolgenden Züge intensiv zu planen und sich die Möglichkeiten des Gegners durch den Kopf gehen zu lassen. 

Die Paarungen wurden ausgelost. 

Das Reglement sah vor, dass der Spieler nach einem Sieg in der nächsten Runde gegen einen Gegner antreten musste, der ebenfalls gewonnen hatte. Dies setzte sich bis zur letzten Runde fort, so dass letztendlich die Elite den Sieg unter sich ausmachte.

An der Spitze stehen dann meistens Spieler mit dem Titel des Großmeister, gefolgt von Internationalen Meistern und Fidemeistern. 

Während der Partien war es im Saal mucksmäuschenstill. Erst in den Spielpausen war die Gelegenheit gegeben, sich an der reichlich bestücken Theke für die nächste Runde zu stärken. 

Die Auswertung und Siegerehrung erfolgte dann nach den Sparten Gesamtwertung, Damen- und Seniorenwertung,  Jugendspieler und Schüler, den nach Spielstärke eingeteilten Ratinggruppen und separat den Bad Vilbeler Spielern.

Am Ende des Turniers konnte der Fidemeister  Igor Zuyev vom SC Heusenstamm den Pokal des Gesamtsiegers, dotiert mit einem von der Frankfurter Volksbank gestifteten Preisgeld von 300,- €, mit nach Hause nehmen.

Behrang Sadeghi wurde Stadtmeister und unser neues Mitglied George Abo Nasser erreichte in der Ratingklasse bis 1500 den 1. Platz.

Bedingt durch den Hessentag zeigte sich der Veranstalter großzügig, es gab zusätzlich viele Sachpreise.

Den Teilnehmen und Besuchern des Turniers wird dieses auf hohem Niveau ausgetragene Turnier sicher noch lange in Erinnerung bleiben.

Blick in den Turniersaal

Ein Bericht in der „Frankfurter Neuen Presse“ vom 17.06.2025:

Ein Bericht in der „Frankfurter Rundschau“ vom 17.06.2025:

Nachruf Holger Gronau

Text von D. Haas

Holger Gronau ist mit 73 Jahren am 20. September 2024 friedlich eingeschlafen.
Wir haben ein engagiertes Mitglied unseres Vereins verloren, seine Devise war „nicht fragen, sondern machen“, er hat die Weichen für unser wachsendes und erfolgreiches Vereinsleben gestellt.
Holger war Gründungsmitglied unseres Vereins und 34 Jahre lang 2. Vorsitzender. 1987/1988 war er Herausgeber unserer 1. Vereinszeitung dem „Vereinsblättchen“, ab 1988 Mannschaftsführer der 1. Mannschaft und im gleichen Jahr Initiator unserer internen Vereinsmeisterschaft, ab 1989 Leiter der Schulschach-Wettkampfgruppe und viele Jahre Protokollführer des Vereins.
Anlässlich des 25-jährigen Vereinsjubiläums erhielt er 2010 die Goldenen Ehrennadel des Hessischen Schachverbandes.
Schach war seine Leidenschaft. Aber auch die Geselligkeit war für ihn wichtig. Wir erinnern uns auch gerne an viele interne feucht-fröhliche Vereinsabende beim „Griechen“.
In Würdigung seiner Verdienste hat er von Bürgermeister Wysocki am 24. August 2019 die goldene Ehrennadel der Stadt Bad Vilbel verliehen bekommen.
Holger, wir werden Dich sehr vermissen.

Sommerfest 2024

Text von K. Hanka

Auch dieses Jahr haben die Schachfreunde Bad Vilbel wieder ein Sommerfest gefeiert. Dieter Haas, unser erster Vorsitzender, hat freundlicherweise seinen Hof und seinen Garten dafür zur Verfügung gestellt. Unser Sommmerfest soll ein gemütliches Beisammensein und eine gemeinsame Feier sein, zu dem auch Partner und Kinder herzlich eingeladen sind. Wenn man einem Schachspieler allerdings ein Brett und Figuren gibt, wird er damit auch spielen. Um also zu verhindern, dass sich jeder nur in seine Partien vertieft, hat unser Dieter die Brettanzahl limitiert und auch die wenigen Bretter, die da waren, waren irgendwo am Rand plaziert. Schnell hab ich sie allerdings entdeckt und sie wurden auch begeistert von mir und meinen Vereinskollegen benutzt, und das noch bevor der Kaffee durchgelaufen war und der Kuchen auf dem Buffet stand.

Trotz unserer Spielbegeisterung glaube ich aber nicht, dass sich die Lebenspartnerinnen meiner Vereinskollegen gelangweilt haben. Immerhin trauen sich jedes Jahr ein paar mehr auf unser Sommerfest. Und warum auch nicht? Neben dem Schachspiel wurde viel geredet, gelacht und für das leibliche Wohl ist immer bestens gesorgt. Meine Vereinskollegen können nämlich nicht nur Schach spielen, sie können tatsächlich auch ganz gute Salate machen und manche von ihnen sogar hervorragend backen. Jeder hat ein bißchen was zu unserem Fest beigetragen, so dass es wirklich rundum gelungen war. Auch die anwesenden Hunde hatten ihren Spaß beim Toben in Dieters Garten.

Die limitierte Brettanzahl hat dazu geführt, dass schnell lustige Varianten auprobiert worden sind, um möglichst viele spielen zu lassen. Ich habe mich in meiner ersten Partie „Kopf und Hand“ versucht. Pro Brett gibt es vier Spieler. Der Kopf sagt, welcher Figurentyp bewegt werden soll – allerdings darf er nicht sagen wohin genau. Das übernimmt der Spieler, der „die Hand“ ist. Absprachen zwischen den beiden sind verboten – oder sollten es zumindest sein. Leise geht es ja bei unseren Partien selten zu, lustig dafür um so mehr.

Und wie ich dann mal vom Brett hoch schaue, stelle ich fest, dass über uns bereits eine Fledermaus durch die Dämmerung saust und sich mein Hund müde auf dem Boden zusammen gekringelt hat.

So ein Sommerfest vergeht wie im Fluge – oder besser gesagt, wie eine Blitzpartie.

Siehe auch: Fotos vom Sommerfest 2024

Nachruf Winfried Müller

Text von D. Haas

Winfried ist nach langer Krankheit am 13.08.2024 im Nordwestkrankenhaus in Frankfurt am Main verstorben, er wurde nur 67 Jahre alt.
Er war 30 Jahre lang ein treues und sehr beständiges Mitglied unseres Vereins.
Wann immer Not am Mann war, hat er sich für den Verein und seine Mitglieder eingesetzt und mit viel Humor so mancher Schwierigkeit die Spitze genommen.
Fast durchgehend hat er meist erfolgreich in der Mannschaft gespielt, zuletzt noch zu Beginn der letzten Saison.
Wir haben einen Mitstreiter und Freund verloren.
Unsere Gedanken sind bei seiner lieben Frau Katharina.

Halloween 2023

Königsmord statt Geisterjagd

Der Dienstag ist mein Schachabend. Das wissen eigentlich alle in meinem Umfeld und es kommt auch niemand auf die Idee diesen Abend anderweitig zu verplanen. Leider halten sich „Feiertage“ nicht immer an diese goldene Regel und so ist dieses Jahr Halloween auf einen Dienstag gefallen. Eigentlich mache ich mit meiner Familie Kürbissuppe und einen gemütlichen Spieleabend, deswegen bin ich dieses Jahr in einen kleinen Interessenskonflikt geraten. Nachdem die Erkältungswelle aber meine Familie erreicht hat, war die Entscheidung was mit dem Abend anzufangen wäre, schnell getroffen. Bevor ich mich zum Schachabend aufgemacht habe, war noch ein bißchen Vorbereitung nötig. Halloween ist immerhin Halloween, auch wenn ein König statt ein Gespenst gejagt werden sollte.

Ein schwarzes Kleid und ein kleiner Zaubererhut mußten schon sein. Und natürlich auch etwas Süßes. Ich hatte ja eigentlich schon damit gerechnet, dass meine Vereinskollegen eine andere Meinung dazu haben würden was nun an Halloween sein müßte und was nicht. Das stört mich aber wenig und damit es noch ein bißchen gruseliger wird habe ich meinem Hund, der mich meist zum Schachabend begleitet, auch gleich noch ein giftgrünes Leuchthalsband umgehängt.

Um so mehr hat mich gefreut, dass Gergely mit Thorshammer und Zylinder, stilecht mit kleinen Knochen und Totenköpfen dekoriert, aufgetaucht ist. So wurde unser Vereinsabend doch noch ein kleines bißchen gruselig. Felix hat „Süßes oder Saures“ direkt kombiniert  und hatte saure Gummibärchen dabei. Da aber den ganzen Abend kein kleiner Halloweengeist an unsere Tür geklopft hat, haben wir Schokolade und Gummibärchen einfach selbst aufgegessen. Wer weiß, vielleicht lehren die Bad Vilbeler Schachfreunde ja sogar Geistern das Fürchten!

Nachruf Dirk Kruschinski

Text von D.Haas/M.Eigelsperger

Unser Schachfreund Dirk Kruschinski ist am 20. August 2023 nach langer Krankheit verstorben; er wurde nur 56 Jahre alt. Die Nachricht von seinem Tod hat uns Bad Vilbeler Schachfreunde sehr getroffen.

Aus dem Saarland kommend trat Dirk im April 1999 unserem Verein bei und hat sofort in der 1. Mannschaft gespielt. Zuletzt steuerte er im Dezember 2015 und Januar 2016 zwei Siege in Mannschaftskämpfen bei, die vom Hessischen Schachverband in der Landesklasse Ost ausgetragen wurden.

In der Vereinsmeisterschaft errang er im Jahr 2000 den 2. Platz.

Den Höhepunkt seiner schachlichen Karriere bildeten seine Erfolge im Fernschach. Im Einsatz von Schach-Engines entfaltete Dirk sein ganzes Können. Trotz der durch den Computereinsatz bedingten sehr großen Remisbreite gelang es ihm immer wieder, Gewinnchancen zu kreieren. Wuchs sein Vorteil auf einen größeren Bruchteil einer Bauerneinheit an, ließ er dem ebenfalls mit Schach-Engines operierenden Gegner keine Chance mehr. Interessierten Schachfreunden demonstrierte Dirk sein im Dachgeschoss des Familienhauses untergebrachtes Equipment sowie dessen Handhabung. Man konnte nur staunen, selbst wenn man nicht gänzlich laienhaft daherkam.

Seinen größten Erfolg errang Dirk im Jahr 2015 als er Deutscher Fernschachmeister wurde.

Wir verlieren ein hoch geschätztes Mitglied unseres Vereins. Dirk war bei allen Vereinskameraden sehr beliebt.

Unser besonderes Mitgefühl gilt seiner Frau und seiner Tochter.
Ruhe in Frieden, lieber Dirk ! Wir vermissen Dich sehr !

Zwischen Springergabel und Kartoffelsalat – unser Sommerfest 2022

Am vergangenen Sonntag fand unser diesjähriges Schachsommerfest statt. Und schon allein diese Tatsache finde ich nach 2 Jahren Coronapause einfach großartig. Ich weiß nicht, wie es den anderen geht, aber meiner Meinung nach ist es einfach toll sich mit seinen Freunden wieder treffen zu können.

Auf der Jahreshauptversammlung hatten wir beschlossen, uns bei Dieter im Garten zu treffen. Er wohnt zentral, hat einen schönen Hof und Garten und ich denke, ich spreche für alle, wenn ich sage, dass wir uns da sehr wohl fühlen. Auf der einen Seite natürlich ein Kompliment, auf der anderen führt das natürlich auch dazu, dass wir den armen Dieter regelrecht überrumpeln.

Dafür haben wir aber auch sehr gut fürs Bufett gesorgt. Den Nachmittag haben wir mit Kaffee und Kuchen begonnen. Jeder hat was mitgebracht und so waren wir bestens versorgt. Sogar eine Torte von Joachim und seiner Frau war dabei. Und natürlich die köstlichen Brownies von Dieter Hitzer. Ich bin immer noch nicht dahinter gekommen, wen er da immer zum Backen verdonnert. Alle köstlichen Kuchen kann ich gar nicht mehr aufzählen, es war auf jeden Fall für jeden Geschmack was dabei.

Unter unserem vereinseigenen Pavillion standen natürlich Schachbretter bereit. Die wurden auch fleißig bespielt. Genauso wie das Gartenschach. Die andere Perspektive dort ist doch immer wieder eine Herrausforderung. Und manchmal mußte man auch zweimal hinschauen…. ist das da ein Läufer auf a4? Nein, da hat sich mein schwarzer Hund platziert. Auch der hatte großen Spaß – seiner Meinung nach sind alle nur gekommen um Bälle für ihn zu werfen, ihn durchzufüttern und natürlich um ihn zu kraulen.

Leider waren nicht alle Vereinskollegen da. Christoph hätte definitiv eine zu lange Anreise gehabt. Aber wir haben an ihn gedacht und ihm zu Ehren auch mal eine holländische Eröffnung gespielt. Werner kann alters- und gesundheitsbedingt leider auch nicht mehr am Sommerfest teilnehmen. An ihn denke ich jedes mal, wenn ich mich doch zu einer Rochade entschließe. Was hat er mir das nicht immer gepredigt….

Dafür waren dieses Jahr einige „Spielerfrauen“ dabei und das finde ich sehr schön. Unter uns sind wir ja eh schon jeden Dienstag. So habe ich auch erfahren, dass Ulis Frau eigentlich ganz gerne mal spielen würde, es ihr aber keiner beibringt. Uli Uli… und das, wo Du so ein gutes und erfolgreiches Jugendtraining machst. Ich bin ja erschüttert. Entweder Du bringst Gabi das Schachspielen bei oder Du bringst sie am Dienstag mal mit. Wäre doch gelacht, wenn wir da nicht helfen könnten!

Das Problem in so einem „Männerverein“ wie unserem Schachverein, sind die Getränke. MANN ist sich da schnell einig: Bier. Ich bin Kristina, Dieters Frau, sehr dankbar, dass sie plötzlich einen gekühlten Rosewein aus dem Hut gezaubert hat. Genau das richtige an so einem warmen Sommertag.

Am Abend wurde dann noch gegrillt. Norbert hat sich freundlicherweise bereit erklärt den Grillmeister zu machen und dazu gab es ganz wunderbare Salate. Bei der Planung hatte ich gerade noch verhindern können, dass Dieter Kartoffelsalat in der Metro kauft. Selbstgemacht ist einfach besser! Willi, unser gelernter Koch, hat uns gleich mit zwei verschiedenen Nudelsalaten verwöhnt und von Lisa war der herrlich frische Paprikasalat. Als dann auch noch der Nachtisch kam, konnten wir kaum noch was essen.

Und irgendwie war es plötzlich dunkel geworden und es flatterten die ersten Fledermäuse am Himmel. Ich habe ehrlich keine Ahnung wo die Zeit so schnell hin verschwunden ist. Mein Hund und ich waren die letzten, die gegangen sind.

Dieter, vielen Dank, dass wir auch dieses Jahr wieder kommen durften!

Schnellschachmannschaftsmeisterschaft im Schachbezirk 5 (GruppeB)

Als Dieter diese Einladung via mail geschickt hat, war mein erster Gedanke, dass es solche Wörter doch gar nicht geben dürfte. Aber, so lang das Wort auch sein mag, der Turniermodus war mit 15 Minuten ein kurzer und das von mir so ungeliebte Inkrement kam immerhin auch nicht zum Tragen. Warum also nicht?

Im Vorfeld wurde über die Mannschaftsaufstellung diskutiert und eigentlich bin ich davon ausgegangen, dass wir zwei Viererteams bilden können. Leider gab es dann doch wieder kurzfristige Absagen, so dass es nur ein Vilbeler Team im Turnier gab. Am Brett eins saß unser Adem, Joscha, extra aus Heilbronn angereist, am Brett zwei, mein Platz war das dritte Brett und Mauri am vierten. Für alle Fälle hatten wir noch Uli als Ersatzmann.

Gleich die erste Runde hatten wir gegen Bad Homburg 4 zu spielen und das ging leider gar nicht gut aus. Lediglich Adem konnte einen Sieg erzielen, auf den anderen Brettern mussten wir uns geschlagen geben. Aber wer weiß, vielleicht war diese Niederlage ja auch nötig um uns wach zu rütteln, jedenfalls verliefen die kommenden Runden deutlich besser. Wir konnten jede mal mehr, mal weniger deutlich für uns entscheiden. Insbesondere Adem war unglaublich, hat er es doch geschafft aus den 7 Runden 6,5 Punkte zu holen! Einer dieser Siege war besonders spannend, mit einer Leichtfigur weniger wollte er seinem Gegner ein remis anbieten und hat Joscha diesbezüglich um seine Meinung als Mannschaftsführer gefragt. Wer Joscha kennt, kann sich den Wortlaut, mit dem er das abgelehnt hat, ungefähr vorstellen, Adem hat die Partie jedenfalls weiter gespielt und seine beiden verbundenen Freibauern zum Sieg geführt. Was für eine Leistung! Aber ein Team ist eben nur als Team wirklich gut und so kam es letztendlich auf jeden von uns an. Die Runde, in der Adem remis gespielt hat, Joscha seine Partie verloren hat und ich meine gewonnen habe, ließ uns gespannt zu Mauri und dem vierten Brett schauen. Mauris starke Leistung und sein Sieg haben uns diese knappe Runde gerettet.

Damit konnten wir uns dann tatsächlich Hoffnung auf den Turniersieg machen. Vor der letzten Runde hatten wir einen knappen Brettpunkt mehr als unsere Verfolger, Bad Homburg 4. Die letzte Runde konnten wir mit 2,5 Punkten für uns entscheiden und sofort haben wir geschaut, wie sich Bad Homburg geschlagen hat. Ich habe ihnen den Rundensieg ja gegönnt, nur eben nicht mit 3 oder mehr Brettpunkten. Aber genau die 3 Brettpunkte haben sie sich natürlich geholt. Was Nun? Gleiche Punktzahl und gleiche Brettpunktzahl – allerdings hatten wir im direkten Vergleich ja leider verloren. Der Schiedsrichter, Christoph Hambel, hat einen Stichkampf angeordnet. Während Joscha sich über diese neue Chance gefreut hat, waren Mauri und ich skeptisch. Ich habe meinen Gegner als einen guten und taktischen Spieler im Gedächtnis behalten und Mauri sah von vorne herein keine Chance auf einen Sieg an seinem Brett. Mit dieser Einschätzung hat er auch recht behalten, letztendlich hat sein Gegner nicht nur diese Stichkampfrunde gewonnen sondern alle 8 gespielten Partien! Wirklich bemerkenswert.

Unser Stichkampf ging mit einem 2:2 aus, was eine sogenannte „Berliner Wertung“ zur Geltung kommen ließ. Weder Mauri noch ich hatten bisher von ihr gehört (vielleicht hätte ich im Regelkundeseminar doch besser aufpassen sollen…), aber die besagt, dass ein Sieg an einem vorderen Brett höher gewertet wird als eins an einem hinteren Brett. Unsere zwei Brettpunkte kamen von den ersten beiden Brettern und damit wurde die Bad Vilbeler Mannschaft Turniersieger in der Gruppe B.

Natürlich freue ich mich über unseren Sieg, aber es tut mir auch für Bad Homburg leid. Das war ein hervorragendes Team und hätte den Sieg mindestens so viel wie wir verdient gehabt. In so fern erscheint mir diese Berliner Wertung ähnlich effizient zu sein wie eine geworfene Münze, aber sei es drum, was für mich zählt ist der Spaß am Spiel und ich hoffe, dass es allen anderen auch so geht.

Deswegen an dieser Stelle ein herzliches Dankeschön an Bad Homburg, dass es diesen netten Saisonabschluß ausgerichtet hat. Ein angenehmes Turnier und auch für das leibliche Wohl war bestens gesorgt. Ich freue mich, wenn es nach der kommenden Saison wieder so einen schönen Abschluß gibt.

Sommerfest 2016

von Katrin Hanka

Auch dieses Jahr haben wir wieder unser Sommerfest gefeiert. Diesmal im Garten bei Martin Manasek und seiner Familie.

Die ganze Familie Manasek hat uns herzlich empfangen, der Garten war mit Wimpeln und Kerzen wunderschön geschmückt und ich habe mich gleich willkommen und wohl gefühlt. Zum Buffet hat jeder was beigetragen und Martin hat für kalte Getränke und heißen Kaffee gesorgt.

Uli, Heinz und ich waren lange damit beschäftigt eine optimale Strategie gegen das Königsgambit zu finden, es wurde gerätselt, ausprobiert und diskutiert. Am Gartenschach ging es ähnlich heiß her. Das ist da dann mal eine völlig neue Perspektive und die Figuren müssen hin und her geschleppt werden. Da sage noch mal einer, Schach sei kein Sport!

Dieter Haas hat mit Willys tatkräftiger Unterstützung unseren Holger am Grill vertreten. Da ich ja extra Grillkäse bekommen habe (danke dafür!), kann ich nicht beurteilen, ob die Würstchen so gut wie bei Holger waren, aber es sah alles sehr lecker aus. Trotzdem, Holger, Du hast gefehlt! Leider auch der eine oder andere Vereinskollege.

Dafür ist Klaus extra aus Hamburg angereist – unser Sommerfest ist das auch alle mal wert, finde ich! Auch Martin Eigelsperger, leider mittlerweile ein seltener Gast, war da. Das hat mich sehr gefreut. Ich finde, ein Schachverein sollte nicht nur zusammen die Mannschaftskämpfe bestreiten, man muss auch zusammen feiern können. Das können wir ganz gut.

Die anwesenden Kinder haben ebenfalls ihre Fähigkeiten auf dem Brett ausprobiert – je nach Alter mehr oder weniger regelkonform. Mein Hund hat dafür gesorgt, dass es ihnen auch ansonsten nicht langweilig wurde. Vom vielen Sitz, Platz, Pfötchen geben, Fuß gehen und Bälle apportieren, war der abends dann im wahrsten Sinne des Wortes hundemüde.

Es ist nicht immer leicht sich mit unseren gehörlosen Vereinsmitgliedern zu unterhalten, aber im Laufe der Jahre habe ich meine anfänglichen Berührungsängste überwunden, ich benutze die Gebärden, die mir sinnvoll erscheinen und versuche langsam und deutlich zu sprechen. Es ist erstaunlich, aber es klappt ganz gut. Ich bin jedenfalls froh, dass Martin damals den Weg zu uns gefunden hat – und auch gleich noch seine Freunde mit in den Verein gebracht hat.

Und ich bedanke mich für das wunderschöne Fest! Wie gut es mir gefallen hat, verrät die Tatsache, dass ich und mein Hund neben Peter die Letzten waren, die im Licht der Kerzen zu ihrem Auto und nach Hause gegangen sind.

Und damit wir es hier auch gleich schriftlich haben…. Das Sommerfest 2017 findet bei Joachim statt. Ich freue mich schon drauf!